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HPZ Presseseite

Don, 5. Juni 2008 Heinsberger Zeitung / Lokales / Seite 16

 

 

Mittwoch 15. November 2006 Heinsberger Zeitung / Lokales / Seite 11

 

Mon, 3. Juli 2006 Heinsberger Zeitung / Lokales / Seite 11

 

Viele Angebote: Heilpädagogisches Zentrum festigt sich
 

Kreis Heinsberg. Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) kann auch im achten Jahr eine positive Bilanz ausweisen. Nunmehr sind 34 Mitarbeiterinnen beschäftigt, was vor allem auf einen weiteren Ausbau der Ausbildungsplätze zurückzuführen ist.

Der Verein ist an die Grenze des Machbaren gestoßen, da er 95 Prozent seiner Ausgaben durch entsprechende Einnahmen in seinen Betrieben decken muss. Geschäftsführer Josef Werny: «Außerdem erhielt unser Verein Spenden und eine Förderung des Arbeitslosenfonds der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Erstmalig wurde das HPZ auch durch eine Zuwendung des Bundestagspräsidiums aus abgeführten Spenden nach dem Parteiengesetz bedacht. Dies sehe ich als hohe Auszeichnung für die bisher geleistete Arbeit.»

Das Landesprogramm 'Jugend in Arbeit', so Werny weiter, sei von dem Verein für Mädchen und junge Frauen weiter erfolgreich umgesetzt worden. 74 Prozent der Beratenen seien zuvor langzeitarbeitslos gewesen und 25 Prozent hätten Sozialhilfe bezogen. Über 40 Prozent der Beratenen hätten in eine Arbeitsstelle vermittelt werden können.

Es sei gelungen, mit einer großen Anzahl von Firmen und Institutionen im Kreis Heinsberg eine konstruktive und produktive Zusammenarbeit zu etablieren, die die hohe Zahl der vermittelten Mädchen und Frauen begründe, erklärte Werny.

Als Ergebnis lasse sich festhalten, dass durch eine intensive und konsequente Begleitung ein beruflicher Einstieg für Mädchen und Frauen auch in einem Umfeld, das sich durch hohe Arbeitslosenzahlen kennzeichne, durchaus machbar sei.Werny: «Auch in den beiden Mädchenwohngruppen in Selfkant-Saeffelen (MiSS) und Heinsberg-Karken (Mik) konnte die Arbeit weiter erfolgreich fortgeführt werden. Beide Wohngruppen bieten 16 Mädchen im Alter ab zwölf Jahren ein Zuhause auf Zeit. Das durchschnittliche Alter der Mädchen lag im Jahr 2001 bei fast 16 Jahren.

Weiterhin wird älteren Mädchen im Rahmen der Verselbständigung auch die Möglichkeit des Betreuten Wohnens in von dem Verein angemieteten Wohnungen angeboten. Insbesondere die Möglichkeit einer qualifizierten Ausbildung der Mädchen innerhalb der Arbeitsprojekte in sehr unterschiedlichen Berufen stellt weiterhin eine Besonderheit innerhalb des Jugendhilfeangebots dar.

Hierdurch bietet das Angebot nicht nur die sonst übliche erzieherische Betreuung im Rahmen der jeweiligen Wohngruppen, vielmehr besteht für die Mädchen die konkrete Möglichkeit, innerhalb ihrer Betreuungszeit in den Wohngruppen eine qualifizierte Berufsausbildung in Angriff zu nehmen.»

Zu den Frauenarbeitsprojekten meinte Werny, dass ein Großteil der notwendigen Betriebseinnahmen durch Umsatzerlöse erzielt worden seien. Die Ziele wie Schaffung von Qualifizierungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für benachteiligte Mädchen und Frauen und die Schaffung von Dauerarbeitsplätzen für diese Gruppe könnten nur durch am realen Wirtschaftsleben orientierte Projekte erreicht werden.

Die realistischen Bedingungen seien notwendig, da ansonsten die Vermittlungschancen in den 'ersten Arbeitsmarkt' nur sehr gering seien. Dies bedeute für die Dienstleistungsprojekte vor allem das Erlernen eines qualifizierten Umgangs mit den Kunden - der Grundlage jeder Tätigkeit im Dienstleistungssektor. Als Perspektive sieht Werny für das HPZ im Bereich der Jugendhilfe die Ergänzung und den Ausbau des bestehenden Angebots.

Dabei stünden folgende Erkenntnisse im Mittelpunkt: Die Familie als primärer Ort der Erziehung trete immer weiter in den Hintergrund, Erziehungsprobleme würden zunehmend in staatliche Einrichtungen verlagert, die Schere zwischen Anspruchsdenken und Eigenverantwortung gehe immer weiter auseinander.

Dies würde durch aktuelle Tendenzen, etwa die Diskussion um eine Lockerung des Jugendschutzgesetzes, noch verstärkt.

Das Gleichgewicht zwischen fördern und fordern gehe immer weiter verloren. Vor diesem Hintergrund sei es um so wichtiger, dass die Angebote im Bereich der Jugendhilfe ein überprüfbares Gleichgewicht zwischen fördern und fordern darstellten.

Ebenso hält Werny im Bereich der stationären Hilfe ein beschützendes Element der Hilfe für dringend nötig.

Heinsberger Volkszeitung

(dar), 26.02.2002 15:34
 

 

Konzert RURTAL TRIO :

Umjubelter Auftritt im Saal Wolters in Saeffelen

Rurtal-Trio endlich wieder zu Hause

Saeffelen (an-o/hama). "Endlich zu Hause!" Die zwei vom Rurtal-Trio machten Station in Saeffelen und kehrten damit an die Wurzeln ihrer Comedyarbeit zurück: Sie schauten den Menschen ins Gesicht, die seit Jahren unfreiwillig Lieferanten ihrer Gags sind.

Kein Saeffelner hätte mehr in den Saal Wolters gepasst, als Brüh und Mahoni die Bühne betraten und in wenigen Augenblicken über alles Sehenswerte berichtet hatten, was sie bei einem Rundgang durch das malerische Kuhdorf gesehen hatten. Am meisten hatte sie wohl beeindruckt, dass die Tankstelle im Ort jetzt auch Diesel verkauft. Spektakulär die dann folgende Pressekonferenz von Josef Jackels, dem Saeffelner Vereins-Allrounder, der nicht nur Leiter, Sprecher und Chefideologe der örtlichen Feuerwehr, sondern auch noch das Zusatzehrenamt als Pressesprecher der Katholischen Strickfrauen Uetterath übernommen hatte. Doch dem Alter und seiner Alten (Ehefrau) Tribut zollend, gab er alle Ämter ab und verkündete seinen Rückzug ins Privatleben.

Das überraschte seinen Freund, Ortsvorstand und Pfarrgemeinderatsmitglied Hastenraths Willi total. Der sah aber jetzt auch seine Chance gekommen, in den Mittelpunkt des Saeffelner Geistesleben zu treten. Nun hielt er die Fäden in der Hand, mit denen er sich in Windeseile zahlreiche Stolperfallen baute. Sein wenig diplomatisches Geschick führte dazu, das die Feuerwehr von der Landkarte der Löschgruppen gestrichen werden sollte, beim Wettbewerb "Unser Dorf soll endlich schöner werden" der letzte Platz belegt wurde und man im "Feuerwehrkrieg" auf verlorenem Posten stand.

Intelligenter Spott

Doch es wurde dafür gesorgt, das Josef Jackels wieder den "Geschehensverlauf weitergestaltete". Rund um das Drama "Der König ist tot - es lebe Hastenraths Willi", arbeiteten Marc "Brüh" Breuer und Christian "Mahoni" Macharski die Figuren ihres aktuellen Programms "Es muss nicht immer Jägerschnitzel sein" in das Geschehen ein. Saeffelens Star-Fußballreservespieler und Schwarzarbeiter Richard Borowka duelliert sich verbal mit dem liebeskranken Fredi Jaspers, das Discoteam Konopka stellt sein Profimaterial vor und DJ Hartmut versucht bei Heribert Oellers vom Autohaus Oellers einen Audi TT für fünfzehnhundert Mark zu kaufen.

Liebevoll beobachtet

Brüh und Mahoni begeisterten in Saeffelen ihr Publikum mit Unterhaltung, wie sie selten geworden ist. Es ging nicht unter die Gürtellinie, es wurde niemand vorgeführt und keiner verletzt. Es gelang den beiden, mit intelligentem Spott und akribischer und liebevoller Beobachtungsgabe den Dörflern den Spiegel vorzuhalten und ein soziologisch nicht uninteressantes Profil dieser Bevölkerungschicht zu zeichnen.

Rur-Wurm Nachrichten vom 29.10.2001

Jahrespressekonferenz 2001
Ausbildungsangebot weiter gesteigert

„Jugend in Arbeit" auf Kreisebene vermittelt über 30 Mädchen und Frauen in Arbeit

Im siebten Jahr seiner Tätigkeit konnte sich das HPZ in seinen verschiedenen Arbeitsbereichen weiter festigen. Neben einer weiteren Konsolidierung und Etablierung der bestehenden Projekte konnte die Ende 1999 eröffnete zweite Mädchenwohngruppe in Heinsberg - Karken ihre Arbeit erfolgreich aufnehmen. Die Steigerung der Zahl der Beschäftigten auf nunmehr 32 Mitarbeiterinnen erfolgte hauptsächlich durch einen weiteren Ausbau der Ausbildungsplätze in den Bereichen

  • Friseurhandwerk

  • Einzelhandelskauffrau

  • Verkaufshelferin

  • Bürokauffrau.

Insgesamt wurden im Jahre 2000 sieben Mädchen in den oben genannten Bereichen ausgebildet. Diese sehr hohe Anzahl von Auszubildenden ist jedoch dauerhaft nicht aufrecht zu halten, da die hierfür notwendigen Mittel aus den Betriebseinnahmen heraus erwirtschaftet werden müssen. Dabei ist der Verein an die grenze der Machbarkeit gestoßen, muss er doch 95% seiner Ausgaben durch entsprechende Einnahmen der verschiedenen Zweckbetriebe decken. Außer den in den jeweiligen Projekten erzielten Betriebseinnahmen wurde unser Verein im abgelaufenen Jahr durch Spenden und durch eine Förderung des Arbeitslosenfonds der Evangelischen Kirche im Rheinland finanziell unterstützt. Allen Spendern und der Evangelischen Kirche im Rheinland sei hierfür herzlich gedankt. Des weiteren gilt der Dank allen Kundinnen und Kunden unserer Arbeitsprojekte, die durch die Inanspruchnahme unserer Dienstleistungen erst unsere Arbeit ermöglicht haben.

Landesprogramm „Jugend in Arbeit"
Die in 1998 begonnene Betreuung von langzeitarbeitslosen Mädchen und Frauen im Rahmen des Landesprogrammes „Jugend in Arbeit" konnte im Jahr 2000 auf Kreisebene erfolgreich weitergeführt werden. Von den über 100 beratenen Mädchen und Frauen konnten annähernd 40 in eine Beschäftigung vermittelt werden. Dieser hohe Erfolg war durch die gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Kreises Heinsberg und den Beratern der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer möglich. Die erzielten Vermittlungen sind um so höher anzusehen, da 70% der Mädchen und Frauen als zuvor Langzeitsarbeitslose galten. Innerhalb des Landesprogrammes dürfte das HPZ auf Grund der erzielten Vermittlungen zu den erfolgreichsten Trägern gehören. Auch im laufenden Jahr wird unser Verein diese notwendige Arbeit im Rahmen des noch laufenden Programmes fortsetzten.

Unser Jugendhilfebereich

Sowohl innerhalb der Mädchenwohngruppe in Selfkant-Saeffelen(MiSS) als auch innerhalb der im Oktober 1999 eröffneten zweiten Mädchenwohngruppe in Heinsberg-Karken (Mik) konnte die Arbeit erfolgreich weitergeführt werden. Beide Wohngruppen bieten 16 Mädchen im Alter ab 12 Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Ursprungsfamilie leben können, ein Zuhause auf Zeit. Das durchschnittliche Alter der Mädchen im Jahre 2000 lag bei 15 Jahren. Weiterhin bieten wir älteren Mädchen im Rahmen ihrer Verselbständigung auch die Möglichkeit des „Betreuten Wohnens" in vom Verein angemieteten Wohnungen an.

Insbesondere die Möglichkeit einer qualifizierten Ausbildung unserer Mädchen innerhalb unserer Arbeitsprojekte in sehr unterschiedlichen Berufen stellt weiterhin eine Besonderheit innerhalb unseres Jugendhilfeangebotes dar. Hierdurch bietet unser Angebot nicht nur die sonst übliche erzieherische Betreuung im Rahmen der jeweiligen Wohngruppen, vielmehr besteht für unsere Mädchen die konkrete Möglichkeit innerhalb ihrer Betreuungszeit in unseren Wohngruppen eine qualifizierte Berufsausbildung in Angriff zu nehmen.

Maßgeblich zum Erfolg der beiden Wohngruppen trägt jedoch auch das gesamte Umfeld, insbesondere die Menschen der Gemeinden Saeffelen und Karken bei. Dies wird durch die Tatsache verdeutlicht, daß der Förderverein der Mädchenwohngruppe in Saeffelen, überwiegend Bürgerinnen und Bürger aus Saeffelen, mittlerweile 60 Mitglieder hat. Neben der materiellen Unterstützung der Wohngruppe steht vor allem der kontinuierliche soziale Kontakt mit den Mädchen im Vordergrund. So konnten im abgelaufenen Jahr neben der Ferienfahrt vor allem auch verschiedene Aktivitäten durch den Förderverein gestaltet werden, wie etwa eine Radtour, Aktionen zu Geburtstagen und eine gemeinsame Weihnachtsfeier.

Für die neue Gruppe in Karken sind ähnliche Aktivitäten in Vorbereitung.Innerhalb des „ Betreuten Wohnens" können Mädchen, die zuvor bei MiSS oder MiK gelebt haben, in von uns angemieteten Wohnungen mit Hilfe ihrer bisherigen Bezugsbetreuerin den Schritt in ihre endgültige Selbständigkeit einüben und erproben. Diese Mädchen befinden sich in ihrer Ausbildung, teilweise auch innerhalb unserer Arbeitsprojekte, und werden nach dieser „Ablösephase" die von uns angemieteten Wohnungen dann selbst übernehmen. Letztlich wird an der Entwicklung dieser Mädchen der Erfolg unserer Betreuung, nämlich die Möglichkeit ein ganz „normales Leben" in unserer Gesellschaft zu führen, am deutlichsten.

Unsere Frauenarbeitsprojekte

Im einzelnen umfassen unsere Projekte folgende Bereiche:

„Haare & mehr..." , ein Damen-, Herren- und Kindersalon in Übach-Palenberg, der am 01.09.1995 eröffnet wurde

„Café & mehr..." , einem Tagescafé in Gangelt, das am 01.03.1996 eröffnet wurde

„Reisen & mehr..." ,einem Reisebüro mit Lottoannahmestelle und Postagentur, sowie dem Verkauf von Geschenkartikeln, Zeitschriften, Tabakwaren und Schreibwaren in Heinsberg-Karken, das am 01.11.1997 eröffnet wurde

„HPZ - Dienstleistungen" ,einem Büroservice für kleinere und mittlere Firmen und Institutionen in Saeffelen, der im Herbst 1997 eröffnet wurde

 

Unsere Frauenarbeitsprojekte sind am Markt orientierte Dienstleistungsprojekte mit zwei Hauptzielen:

  • Schaffung von Qualifizierungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für benachteiligte Mädchen und Frauen

  • Schaffung von Dauerarbeitsplätzen für benachteiligte Mädchen und Frauen

Diese beiden Ziele können unseres Erachtens nach nur mit am realen Wirtschaftsleben orientierten Projekten erreicht werden.

Wir sind stolz darauf, innerhalb der Arbeitsprojekte einen Großteil der notwendigen Betriebseinnahmen durch die Umsatzerlöse zu erzielen, da so nicht eine völlige Abhängigkeit von Spenden oder Fördermitteln entsteht. Hierdurch kann sichergestellt werden, daß, losgelöst von Spenden oder sonstiger privater Förderung, auf Dauer Möglichkeiten bestehen, die vorhandenen Arbeitsplätze zu erhalten und entsprechende Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für benachteiligte Mädchen und Frauen vorzuhalten. Des weiteren ist es inhaltlich unumgänglich, eine Ausbildung oder Qualifizierung von Beginn an unter realistischen Bedingungen durchzuführen, da ansonsten die Vermittlungschancen in den „ersten Arbeitsmarkt" nur sehr gering sind. Dies bedeutet für unsere Dienstleistungsprojekte vor allem das Erlernen eines qualifizierten Umgangs mit den Kunden, der Grundlage jeder Tätigkeit im Dienstleistungssektor.

Unsere Perspektiven

Auch im laufenden Jahr liegt der Schwerpunkt unseres Vereins in der Absicherung und Weiterentwicklung der bestehenden Projekte.

Im Bereich der Jugendhilfe ist ein weiterer Ausbau unseres Betreuungsangebotes durch die Einführung eines „Flexiblen Jugendwohnens" geplant. Hierbei handelt es sich um ein Angebot, welches sich an junge Volljährige in Ausbildung richtet, die einer sozialpädagogischen Betreuung bedürfen. Dieses Angebot wird durch Mittel des Landesjugendplanes unterstützt und dient der sinnvollen Ergänzung des bestehenden Angebotes. Entsprechende Verhandlungen mit den örtlichen Jugendämtern sind im Gange, so dass in den nächsten Monaten mit der Einführung dieses Angebotes zu rechnen ist.

Im Bereich der Frauenarbeitsprojekte ist der Verein mit den bestehenden 22 sozialversicherungspflichtigen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen an der Grenze seiner Möglichkeiten angelangt. Aus eigener Kraft, d.h. durch eine weitere Steigerung der Betriebseinnahmen , ist ein weiterer Ausbau der bestehenden Projekte nicht zu realisieren. Insbesondere im Bereich der Ausbildung und Qualifizierung wird der Verein sich somit um eine engere Kooperationen, insbesondere mit der Evangelischen Kirche, bemühen.

Pressespiegel:

Heinsberger Volkszeitung vom 02.03.2001

Vom " schreienden Monster " zur sympathischen jungen Frau

Ausbildung benachteiligter Frauen im HPZ Saeffelen - Bilanz 2000

 Kreis Heinsberg. Als "einmalig im Diakonischen Werk im Rheinland", bezeichnete Dr. Thomas Kressner, Diakoniepfarrer und Vorsitzender des Heil-Pädagogischen Zentrums (HPZ) Saeffelen, die Einrichtung des HPZ auf der Jahrespressekonferenz. 95 Prozent seiner Ausgaben erwirtschaftete der Verein im Jahr 2000 durch Einnahmen der verschiedenen Zweckbetriebe im Kreis Heinsberg. Sieben Mädchen seien 2000 in den Bereichen Friseurhandwerk, Einzelhandelskauffrau, Verkaufshelferin und Bürokauffrau ausgebildet worden.

"Yvonne" beschreibt ihren Werdegang im HPZ

Eine davon ist Yvonne (Name von der Redaktion geändert). Sie kam 1995 in die Mädchenwohngruppe in Selfkant - Saeffelen (MiSS). HPZ - Geschäftsführer Josef Werny dazu: "Sie war ein schreiendes Monster. Ein ganz schlimmer Finger." Dies bestätigt die junge, heute sehr sympathisch wirkende Frau: "Ich ging in die Sonderschule und konnte nicht lesen, schreiben oder rechnen. Erst in der Gruppe mit der Hausaufgabenbetreuung holte ich auf und lernte. Ich lernte sogar so gut, dass ich den Hauptschulabschluss machen konnte. Danach besuchte ich das Berufsgrundschuljahr, das zu 50 Prozent aus Schule und zu 50 Prozent aus einem Praktikum besteht. Das absolvierte ich auch beim HPZ, und zwar in der Firma "Reisen & mehr". Zugleich kam ich in eine Gruppe, die betreutes Wohnen ermöglicht."

Die junge Frau erinnert sich, dass sie gelernt habe einzukaufen, zu kochen und mit dem Taschengeld auszukommen. Im vergangenen Herbst hat sie ihre Ausbildung als Verkaufshelferin abgeschlossen und möchte nun noch ein Jahr Verkäuferin lernen. Inzwischen lebt sie selbstständig in einer Wohnung und verdient ihr eigenes Geld. Das Erlernen eines qualifizierten Umgangs mit den Kunden, hat sie zu einer freundlichen Frau heranwachsen lassen.

"Unser Ziel ist es, Schule und Ausbildung für benachteiligte Mädchen und Frauen anzubieten. Darüber diskutieren wir auch nicht. Wir wollen keine Sozialhilfeempfänger produzieren. Wir verstehen uns als Trainingslager für den Schul- und Berufsabschluss, so dass die Mädchen und Frauen auf eigenen Beinen stehen können", betonte Werny. Der Verein wurde durch Spenden und durch eine Förderung des Arbeitslosenfonds der Evangelischen Kirche im Rheinland und eigene Betriebseinnahmen finanziert. Erfreulich sei auch, dass die Dienstleistungen von der Bevölkerung im Kreis Heinsberg angenommen würden.

Im vergangenen Jahr habe sich die zweite Wohngruppe in Heinsberg - Karken etabliert, so Werny weiter.

 Zirka 40 Frauen in eine Beschäftigung vermittelt

"Die in 1998 begonnene Betreuung von langzeitarbeitslosen Mädchen und Frauen im Rahmen des Landesprogrammes „Jugend in Arbeit“ konnte im Jahr 2000 auf Kreisebene erfolgreich weitergeführt werden. Von den über 100 beratenen Mädchen und Frauen konnten annähernd 40 in eine Beschäftigung vermittelt werden."

Als Perspektiven machte Werny deutlich, dass auch im laufenden Jahr der Schwerpunkt in der Absicherung und Weiterentwicklung der bestehenden Projekte liege. Im Bereich der Jugendhilfe sei ein weiterer Ausbau des Betreuungsangebotes durch die Einführung eines "Flexiblen Jugendwohnens" geplant. Hierbei handle es sich um ein Angebot, welches sich an junge Volljährige in Ausbildung richte, die einer sozialpädagogischen Betreuung bedürfen.

Mit den 22 sozialversicherungspflichtigen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sei der Verein jetzt an der Grenze seiner Möglichkeiten angelangt. Darum wolle das HPZ sich um eine engere Kooperation insbesondere mit der Evangelischen Kirche bemühen.          (dar)


 Rur-Wurm Nachrichten vom 01.03.2001

Heil-Pädagogisches Zentrum auf Erfolgskurs - 32 Mitarbeiterinnen

Selbstständig leben lernen

Saeffelen (an-o/athe). "Es befindet am Rande des Kirchenkreises Jülich, ist agil und aktiv, vom Konzept her einmalig, und es ist hoch interessant, was Geschäftsführer Josef Werny dort aufs Parkett bringt".

So stimmte Diakoniepfarrer Dr. Thomas Kressner auf die Jahrespressekonferenz des Heil-Pädagogischen Zentrums Saeffelen (HPS) ein, mit der die aktuellen Vorhaben und Erfahrungen aus siebenjähriger Arbeit vorgestellt wurden. Geschäftsführer Werny bezeichnete das HPS auch als "Trainingslager zum Erlernen des eigenen selbstständigen Lebens".

Und dessen Zentrale befindet sich in Saeffelen, wo seit vier Jahren auch ein Büroservice für kleinere und mittlere Firmen angeboten wird. Von dort aus werden die Geschicke der Frauenarbeitsprojekte "Haare&Mehr" in Übach-Palenberg sowie "Café & Mehr" in Gangelt und von "Reisen & Mehr" samt Lottoannahme und Postagentur in Karken sowie die Mädchenwohngruppen in Saeffelen und Karken betreut, verwaltet und vor allem auf Erfolgskurs gesteuert.

Mit Spenden unterstützt

Denn die Zahl der Mitarbeiterinnen konnte inzwischen von anfänglich drei auf 32 erhöht werden. Die Steigerung wurde besonders durch die weitere Schaffung von Ausbildungsplätzen im Frisörhandwerk sowie im Einzelhandel und im bürokaufmännischen Bereich erreicht. "Allein sieben Mädchen wurden im Vorjahr ausgebildet", freute sich Werny und blickt zugleich nach vorn. Denn diese hohe Zahl sei auf Dauer nicht zu halten, weil die dazu notwendigen Mittel bisher zu 95 Prozent aus Betriebseinnahmen erwirtschaftet werden müssen.

Außer Einnahmen aus den Projekten wurde der Verein durch Spenden und durch eine Förderung des Arbeitslosenfonds der Evangelischen Kirche unterstützt. Werny wünschte sich für die Zukunft eine noch engere Kooperation. Weiter dankte er allen Kunden, die durch die Inanspruchnahme der Dienstleistungen die Arbeit ermöglichen.


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Stand: 05. June 2008